Der Morgen dämmerte sanft über den Ausläufern der Silberberge, als die Zwerge mit Dankesworten und schwerem Gepäck die kleine Taverne verließen. Zurück blieben vier Gefährten – Schweisser, Tervon, Marik und Val – und ein vertrauter Hauch von Abschied in der Luft.
Mit einem leichten Ruck durchschritten sie die Tür des Hauses… und fanden sich nicht mehr dort, wo sie eben noch waren.
Die Landschaft hatte sich gewandelt: blühende Hopfenfelder, rollende Hügel mit rauchenden Schornsteinen, und ein Himmel, der nach Hefe und Freiheit roch. Auf einem holprigen Pfad kam ein Reiter auf sie zu – schlingernd, mit wehendem Umhang und einem halb geleerten Krug in der Hand. Auch sein Pferd hatte einen seltsam trägen, fröhlichen Gang.
„Schweisser? Tervon? Bei den schäumenden Göttern, ihr seid’s doch!“ lallte er mit feurigem Gesicht und klatschendem Schluckauf. Es war Glow Kindle, der legendäre Halblingsbraumeister der Wizards Tower Brewing Company. Noch immer rotwangig und charismatisch wie eh und je, lud er die Gruppe freudig ein, ihn nach Gluckshausen zu begleiten – einem Ort, der nur einmal im Jahr aus Hopfen, Holz und Magie wächst: zum Großen Bierfest.
Dort angekommen, bot sich ihnen ein Schauspiel der Sinne: farbenfrohe Zelte, tanzende Lichter, Humpen in der Luft, Golems als Barkeeper, und Musik, die selbst Tervons Bart zum Zucken brachte.
Im Zentrum des Festes: der Stand mit dem berüchtigten Feen-Bock – ein Bier, das seinen Ruf mehr als verdiente. Mit jeder Runde verwandelten sich die Trinker: Val schwebte wie eine glitzernde Discokugel durch die Lüfte, Marik wurde kurzzeitig so klein wie ein Daumen, Schweisser flackerte in Regenbogenfarben – und Tervon? Tervon wuchs sich selbst über den Kopf hinaus, wortwörtlich. Das Lachen hallte über das Fest.
Dann wurde es ernst – oder zumindest sportlich. Die vier traten an beim Bierfestturnier, angeführt von der schillernden Schnapselda, der mehrfach preisgekrönten Königin des Rauschs, deren Krug nie leer, aber stets erhoben war.
Disziplin 1: Bierkrug-Weitwurf
Bei der Schweisser seine Magie spielen lässt.
Disziplin 2: Tanzende Fässer
Kaum ein Hinderniss für Val’s Spiderclimb-Schlüpfer
Disziplin 3: Trinkparcours
Den alle iwie überstehen
Disziplin 4: Golem-Showdown
Ein Wetttrinken welches schnell beendet ist da Schaumi der Gholem wohl schon etwas zu viel getrunken hat und nach dem ersten Krug umfällt.
Mit Stolz, Preisen (und einem leichten Schwanken) verließ die Gruppe das Turnier. Doch die Arbeit ging weiter: Händler boten seltene Zutaten an und Marik verkaufte Bier, das er gar nicht selbst gebraut hatte.
Der größte Erfolg aber: Die Taverne, direkt am Rande des Festes aufgestellt, wurde zur kulinarischen Oase. Während Bier in Strömen floss, verkauften die Helden dampfendes Brot, gebratene Schweinestücke und Majonese. Die ersten Einnahmen klimperten in der Kasse – echtes Gold, kein Feenglanz.
Als die Sonne hinter den Hopfenhügeln verschwand und die Musik langsam verklang, versammelten sich die Organisatoren des Festes um das Haus. Ihr letzter Hinweis:
„Eine Taverne ohne Namen ist wie ein Krug ohne Henkel – schwer zu halten und leicht zu verlieren.“
Die Gruppe sah sich an. Ein Lächeln hier, ein Nicken dort.
Und mit der Frage nach dem richtigen Namen kehrte die Taverne in die Nacht zurück.
The Unkown – Session 19


