The Unknown – Session 12.2

Der Boden brach unter ihnen weg, und Durtus Kupferbart, Vilvarin und Johnny stürzten in die Tiefe. Die geschickte Halbelfin reagierte sofort. „Achtung!“, rief sie – doch nur sie selbst vermochte dem Sturz mit einer grazilen Abfolge von Sprüngen über fallende Felsbrocken zu entgehen. Im letzten Moment sah sie den aufglitzernden Wasserspiegel unter ihnen – und tauchte mit einem kunstvollen Köpfler ins Dunkelblau.

Johnny folgte knapp: geistesgegenwärtig auf ein größeres Felsstück gesprungen, erkannte er durch Vilvarins Vorbild die Gefahr und lenkte seinen Fall, stürzte kontrolliert ins Wasser.

Durtus jedoch – aus der Fassung gebracht, vom Ruf abgelenkt – reagierte zu spät. Die Erde riss unter ihm auf, Steine krachten gegen seine Glieder, bis ihn ein letzter Brocken in den See schleuderte.

Keuchend tauchten sie auf. Über ihnen nichts als Finsternis, um sie herum endloses Wasser. Doch es war kein gewöhnliches Nass – Vilvarin schmeckte sofort die Bitterkeit von Gift, eine elfenfeindliche Substanz. Durtus jedoch… grinste. Für ihn schmeckte es wie Heimat – Meerwasser, salzig, vertraut.

Um das Ausmaß des unterirdischen Sees zu erkunden, verwandelte sich Durtus kurzerhand in einen Otter. Ein Plan, so niedlich wie riskant – denn auch Otter brauchen Luft. Nach einem überlangen Tauchgang tauchte er bewusstlos wieder auf, wurde von Vilvarin mit wenigen Griffen reanimiert… just in dem Moment, als er sich zurückverwandelte – in ihren Armen.

Wieder bei Sinnen, setzte Durtus auf Wissen statt Schwimmkunst. Mit einem „PING!“ hallte sein Ruf durch die Dunkelheit. Der Busch Hans – immer noch auf Johnnys Rücken hängend – schien zu lauschen. „Da… und da“, sagte Durtus schließlich und zeigte auf zwei Richtungen. Ausgänge.

Nach einer zähen Schwimmerei erreichten sie eine Felswand, kletterten hinauf und fanden einen Höhleneingang, dessen Schriftzeichen nur noch bruchstückhaft lesbar waren. Im schmalen Tunnel krabbelten sie gebückt, bis sie auf einen seltsamen Raum stießen. Im Mondlicht schimmerte eine uralte, vermoderte Kiste – doch keiner traute sich, sie zu öffnen.

Durtus schickte Hans – doch der Busch verweigerte aus Prinzip jede potenzielle Ahnenentweihung. Schließlich öffnete Durtus die Truhe selbst – darin: alte Münzen, eine Steintafel… und ein Schatzruf. „ICH HAB HEUTE GEBURTSTAG!“ jubelte Johnny und stopfte sich voller Gold. Die Steintafel war jedoch zu schwer zu deuten – also überließ er sie dem Zwerg.

Vilvarin untersuchte währenddessen die Höhlendecke – und fand die Lichtquelle: einen Edelstein in der Augenhöhle eines Schädels. Später barg Durtus den Stein und warf ihn hinab.

Doch als der Edelstein die Luft durchquerte, erstarrte er – schwebend. Schatten sammelten sich um ihn, formten einen Zwerg aus Dunkelheit. Der Raum erstarrte – und Vilvarin verlor sich.

Ein Fluch – uralt, mächtig. In ihren Augen wurde Durtus zum Verräter, Johnny zum Dieb. Ihre Bolzen trafen Johnny schwer. Im Gegenzug schleuderte dieser magische Geschosse auf das Schattenwesen – das sich in Rauch auflöste. Doch der Bann hielt an.

Durtus – erschüttert, aber entschlossen – stellte sich der Freundin entgegen. Zauber flogen, ein Bär tauchte auf, Vilvarin schoss weiter. Es kam zum Nahkampf – eine Wucht, ein Biss, und die Halbelfin fiel. Doch dann… stand sie wieder auf. Unversehrt. Leer im Blick. Und doch voller Fragen.

Erst als Durtus erneut angreifen wollte, ließ Vilvarin die Armbrust fallen. „Oh mein Gott…“ Sie kam zu sich. Der Bann war gebrochen.

Was blieb, war ein geisterhafter Nachhall des Erlebten. Johnny nahm den Edelstein mit – entgegen aller Warnungen. Durtus tauchte erneut und spülte das „Meerwasser“ durch seinen Mund. Vilvarin wandte sich ab – wissend, was es wirklich war. Doch sie sagte nichts.

Sie kehrten zurück – verletzt, verstört, verändert.

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