Ein neues Kapitel in den Tiefen von Mithrillhalle beginnt – nicht mit Klingen, sondern mit Maskerade.
Nach einer kurzen, wohlverdienten Rast – und einer knappen Wiedervereinigung mit dem eigenen Verstand – beschließt die Gruppe um Tervon, Jacko, Durtus, Marik und Alorian, tiefer in die versunkenen Tunnel der Zwergenstadt vorzudringen. Doch wer in die Schatten hinabsteigt, muss selbst zum Schatten werden.
Mit Asche, Ruß, Lumpen und Resten uralter Kleidung gestalten sie sich neue Identitäten: als Duergar und Drow. Sogar Alorian, der sonst lieber mit Worten glänzt als mit Dreck, spielt seine Rolle überzeugend. Nur Durtus widersetzt sich – verwandelt sich kurzerhand in einen Otter und krabbelt auf den Rücken seines treuen Begleiters Hans, der die ganze Szenerie mit stoischer Wurzelruhe hinnimmt.
Tarnung geglückt – zumindest vorerst. Ein Späher der Duergar kreuzt ihren Weg, misstrauisch, mit funkelndem Blick. Doch Alorian tritt vor, die Zunge silbern, das Auftreten überzeugend. Der Späher nickt langsam, überzeugt von ihrer Rolle, und gibt Hinweise: Die Schmieden liegen nördlich, der Drow-Sektor tiefer im Gestein – ein Geschenk von Schimmergloom an seine neuen Verbündeten.
Die Gruppe lernt: Schimmergloom, einst ein Schattendrache, hat sich auf einen Pakt eingelassen. Die Yuan-Ti versprechen ihm seine alte Form zurückzugeben – rot, feurig, mächtig. Im Gegenzug duldet er ihre Präsenz. Die Dunkelheit brodelt – im Innern wie im Abgrund.
In den Schmieden versucht Tervon, alte Gerätschaften und das Handwerk seiner Ahnen zu studieren. Doch Zeit ist ein Luxus, den sie nicht haben. Die Feuer brennen, die Hämmer schlagen – aber das Wissen bleibt vorerst ungeschmiedet.
Weiter geht es. Tiefer.
Der Gang wird kälter, stiller. Das Gebiet, das ihnen beschrieben wurde, liegt vor ihnen – und darin zwei Gestalten: eine Drow und ein Yuan-Ti. Keine Worte. Kein Handel. Nur Klingen.
Ein erbitterter Kampf entbrennt. Magie zerrt an den Wänden, Stahl klirrt auf Schuppen, und Alorians Laute singt von Blut und Schatten. Marik gleitet durch die Dunkelheit wie ein Dolch im Nebel, Jacko lässt Runen beben, Tervon führt Moradins Zorn, Durtus kämpft – erst flauschig, dann wild.
Als der Staub sich legt, sind beide Feinde gefallen.
Die Durchsuchung des Raumes bringt ein Buch zutage. Schwarz gebunden, beschrieben mit Notizen zur Nightshade, dem unheilvollen Nachtschattenextrakt. Doch die Worte sind verschlüsselt, codiert, in einer Mischung aus Alchemie und Magie – kaum zu entziffern.
Doch eines ist klar: Hier wurde geforscht. Geplant. Vielleicht sogar produziert.
Mit dem Buch in der Hand – und der Ahnung, dass die Schatten tiefer reichen, als sie dachten – endet die Session.
Die Masken bleiben. Doch wie lange noch?


