The Unkown – Session 22

Die Glut des Kampfes mit dem Spiegelteufel war kaum erloschen, als Ruhe über die Taverne fiel. Schweissers Waffe war zum Schweigen gekommen, Durtus saß mit seinem Stab auf dem Schoß am Kamin, und Tervon ließ Moradins Rod neben sich gegen die Wand lehnen. Marik, halb im Schatten, zählte Gold und Gedanken.
Dann – ein Rumpeln. Die Tür zur Taverne sprang auf. Ein Drachenblütiger, goldene Schuppen mit grünem Schimmer, fremde Kleidung, ein Blick wie Nebel über einem verzauberten See. Vondra. Gerade noch im Feywild, dann ein Schritt durch eine Tür – und nun hier. Eggsi trat vor, zuvorkommend wie immer. „Willkommen im Haus ohne Namen… oder auch nicht mehr lange.“ Sein Blick glitt zur Gruppe.
Der neue Gast schwieg. Doch sein Blick sprach Bände.
Und so entstand in einem Moment aus Respekt, Wahnsinn und tiefer Notwendigkeit ein Name: „Hans im Glück – Taverne und Strauchpflege“. Ein Denkmal für den wohl tapfersten Busch der Reiche.
Vondra, von dieser Mischung aus Humor und Heldenmut beeindruckt, beschloss, sich der Gruppe anzuschließen. Auch er wollte nach Neverwinter – und das Schicksal hatte seine Route wohl schon gewählt.
Doch vor dem Aufbruch gab es noch einen Auftrag: Ein Brief von DelRoy sollte an einen gewissen Herrn Pfusch überbracht werden. Der Weg führte sie zu einem abgelegenen Hof – und mitten in einen Streit. Eine zornige Elfe, ein verzweifelter Halbling, verkohlte Erde. Eine Chimäre war es gewesen, die sich an Pfuschs Kräutergarten vergriffen hatte. Die Elfe sollte aufpassen – doch Monsterjagd lag nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich.
Die Gruppe zögerte nicht. Der Plan war… ambitioniert. Eine Balliste wurde entworfen, gebaut, getestet – oder zumindest aufgestellt. Am Abend transportierten sie das Ungetüm zum Waldrand. Dann verwandelte sich Durtus, wie so oft, in ein mutiges Wildschwein – und stürmte los.

Und das Monster kam.

Geflügelt, gefräßig, feurig – die Chimäre durchbrach das Blätterdach wie ein Albtraum. Durtus hetzte zurück, die Balliste zielte… und der Schuss verfehlte glorreich. Das Netz verschwand im Geäst, das Monster landete mit einem dröhnenden Knall – der Kampf begann.
Feuer, Krallen, Chaos. Der Atem des Biests brannte wie Höllenflammen, doch die Helden hielten stand. Tervons Hammer fand Fleisch, Schweissers Konstruktionen flackerten auf, Mariks Zauber blitzten, Vondra stieß mit einem Energiegeladenen Schwert zu – und Durtus, wieder in Zwergengestalt, versteckte sich hinter seinen Kameraden.

Am Ende lag das Biest zerschlagen im Gras.

Doch noch war der Abend nicht vorbei: Die Elfe, der man vorher vertraut hatte, versuchte just in diesem Moment das wertvolle Kraut vom Feld zu stehlen. Mit geschärften Instinkten und blitzschnellen Schritten erreichte die Gruppe rechtzeitig den Ort des Geschehens. Der Diebstahl wurde vereitelt, die Elfe und ihre Komplizen den örtlichen Wachen übergeben.
Herr Pfusch, tief bewegt und überaus erleichtert, überschüttete die Helden mit Dank – und Gold.

Als die Nacht sich senkte, wusste jeder im Hans im Glück: Der Weg nach Neverwinter wartet. Und sie werden ihn bald beschreiten – gemeinsam.

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