The Unkown – Session 23.2

Der Morgen begann still und kühl in der Taverne. Nur drei Zwerge hatten sich um einen Rundtisch versammelt – Durtus, Jacko und Tervon. Zwergenbier floss in Strömen, wohl ein Mitbringsel von Egsi, und das Gespräch drehte sich in gewohnter Lautstärke darum, wer von ihnen der größere Trottel sei. Von außen betrachtet, hätte wohl jeder von sich selbst überzeugt sein können.

Doch während des Schlagabtauschs bemerkte Durtus etwas Beunruhigendes: Hans, der eigensinnige Busch, der seit Tagen die Wand hinaufwuchs, wirkte verändert – blasser, von einem unnatürlichen Violett überzogen. Bevor die Sorge greifen konnte, ließ sich Durtus jedoch von einem neuen Experiment mit seinem legendären Mayonnaise-Glas ablenken. Erst als er sah, wie Hans sich bewegte – obwohl er doch eben erst durch die Tür gegangen war – stand er auf und folgte ihm. Jacko und Tervon brauchten etwas länger, bis sie bemerkten, dass ihr Gefährte nicht zurückkam, und machten sich ebenfalls auf den Weg. Jacko allerdings nicht ohne das Glas.

Vor der Tür hatte sich die Welt verändert. Anstelle von Hof und Feld lag ein Nadelwald vor ihnen. Die Hütte war verschwunden, nur ihre Ausrüstung blieb zurück. Ein Blatt von Hans führte sie auf einen schmalen Waldpfad, dem sie schließlich folgten. Jacko stapfte vorneweg, mit der Sicherheit eines Mannes, der keine Ahnung hat, wohin er geht, während Tervon den eigentlichen Kurs bestimmte und Durtus das Schlusslicht bildete.

Auf einer Lichtung trafen sie auf einen alten Halbling mit weißem, kringeligem Haar – Ladba Toombi, wie sie erfahren hätten, hätten sie nach seinem Namen gefragt. Er bot ihnen Pilze an. Bevor eine Warnung ausgesprochen werden konnte, hatte Jacko jedoch bereits herzhaft zugebissen – und brach nach wenigen Sekunden leblos zusammen. Nur durch rasches Eingreifen, Magie und eine gehörige Portion Routine im Umgang mit Jackos Eskapaden gelang es, ihn ins Leben zurückzuholen.

Weiter den Waldweg entlang bemerkte die Gruppe Gestalten zwischen den Bäumen – wie spielende Kinder. Bald fanden sie einen alten, mit Holz beschlagenen Baum, dessen morsches Gerüst eine Art Treppe hinauf zu einem Baumhaus bildete. Während Tervon und Jacko an Durtus’ Warnung vorbeifielen, erreichte dieser allein das Baumhaus. Dort traf er auf ein seltsames Mädchen, blass, fast durchsichtig: Litlith. Sie schwankte zwischen Zorn und Trauer, drohte ihn mit Magie vom Baum zu stoßen, doch Durtus gelang es, sie zu beruhigen. Gemeinsam mit Jacko, der bald nachkletterte, boten sie ihr einen Platz in ihrer Gruppe an.

Schließlich führte der Pfad zu einer nächtlichen Lichtung, wo ein kleiner Kobold singend um ein Feuer tanzte. Er stellte ihnen Rätsel und Spiele, die nicht ohne Einsatz waren – denn es ging um Leben und Seele. Jacko starb beinahe erneut, Litlith offenbarte sich als Banshee und wurde in den Prüfungen ausgelöscht. Doch am Ende gelang es der Gruppe, durch Mut, Glück und einen finalen Münzwurf Hans zurückzugewinnen.

Kaum jedoch war er befreit, setzte sich der Busch sofort in Bewegung, als hätte er ein eigenes Ziel. Durtus fing ihn gerade noch ein. Der Kobold, Le Fleur genannt, verabschiedete sich lachend, indem er mit einem Regenschirm in ein Portal schwebte und ihnen zuwinkte.

Etwas verwirrt, aber kaum noch überrascht, fanden die Zwerge schließlich zurück zur Taverne – so, als hätten sie die Lichtung nie verlassen.

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